Für Stromanbieter dürften schwere Zeiten anbrechen. Nicht nur die schwindenden fossilen Energiequellen, auch neuartige Häuser machen den Anbietern das Leben schwer. Der neue Lebenstrend heißt: wohnen im Kraftwerk! Passivhaus war gestern, die Zukunft soll den neuartigen hocheffizienten Häusern gehören, die im Jahresmittel mehr Energie produzieren, als die Hausbewohner verbrauchen.

Hochmoderne Häuser wie das Sonnenschiff von Architekt Rolf Disch produzieren mehr Energie als sie benötigen. (Foto: Rolf Disch Sola)

In der Regel arbeiten Passivhäuser alle nach dem selben Prinzip. Eine perfekte Dämmung und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, sowie Wärme speichernde, mit Wärmepumpen versehene Innenwände sparen enorme Energiemengen. Zusätzlich wird der selbst produzierte Strom aus integrierten Solarzellen ins öffentliche Stromnetz eingespeist. So prangen bereits seit 1994 erste Plusenergiehäuser im Schwarzwald. Vor den Toren des Odenwaldes hingegen macht sich ein gänzlich neues Konzept breit. Hier steht das preisgekrönte Ökohaus, eine Art Wohnkraftwerk, dass mehr Energie einspeist, als von den Nutzern verbraucht wird. So werden im Schnitt 4.100 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, selbst jedoch 13.690 Kilowatt produziert und ins öffentliche Netz eingespeist. Ein beeindruckendes Ergebnis, nicht nur wegen der Zusatzeinnahme durch die Einspeisevergütung. Möglich wird das durch ein großflächiges Solardach, eine Fassade aus Solarlamellen und einer Vierfachverglasung der Fenster als Wärmeabsorber. Diese Mini-Kraftwerke sind nach Meinung von Experten auf jeden Fall zukunftstauglich, obschon ihre derzeitigen Entstehungskosten noch deutlich über der Norm liegen und eine Serienproduktion aufgrund der hohen Kosten noch nicht zulassen. Alleine die Materialkosten belaufen sich auf bis zu 400.000 Euro.